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FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG ist insolvent – Anleger fürchten Verluste

Berlin, 11.05.2017 – Ein weiterer geschlossener Schiffsfonds (FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG ) ist gekentert: Wie CLLB Anwalt Hendrik Bombosch berichtet, ist beim Amtsgericht in Hamburg ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen des Schiffsfonds FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG anhängig.

Der Fonds, der in ein Vollcontainerschiff der sog. Panamax-Klasse investiert hat, verdient mit dem Schiff schon zu lange nicht mehr das Geld, was prognostiziert worden war und was für die Begleichung der laufenden Kosten zwingend benötigt wird. Nicht nur Mannschaft, Wartung und Treibstoff wollen bezahlt werden, auch müssen hohe laufende Darlehensverbindlichkeiten bedient werden. Denn das Schiff wurde nicht lediglich mit den Einlagen der Anleger finanziert, sondern darüber hinaus – wie bei den meisten derartigen Fonds – über ein erhebliches Darlehen, aus dem regelmäßige Zins- und Tilgungsverpflichtungen folgen.

Das vorläufige Insolvenzverfahren ist eine Hiobsbotschaft für die zahlreichen Anleger, die sich oft auf Ratschlag des Anlageberaters ihres Vertrauens an dem Fonds beteiligt haben. In zahlreichen Fällen ohne sich völlig darüber im Klaren zu sein, welche Risiken mit der Zeichnung einer solchen Schiffsbeteiligung verbunden sind. Nun müssen sie erfahren, dass diese Risiken bis hin zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen können. Dies ist umso bitterer, als dass die Anlage oftmals ein fest eingeplantes Zubrot zur Rente liefern sollte.

Für die Anleger des Fonds stellt sich die Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten sich Ihnen bieten. Im Einzelfall kommen Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung in Betracht. Derartige Ansprüche sind gegen den Berater oder das Beratungsunternehmen bzw. die Bank gerichtet, welche die Zeichnung des Schiffsfonds angeraten haben und sind darauf gerichtet, den Erwerb der Schiffsbeteiligung rückabzuwickeln, also den Anleger so zu stellen, als hätte er die Beteiligung nie erworben.

Anlageberater müssen ihre Empfehlung zum einen daran ausrichten, welche Ziele und Wünsche der Anleger mit einer Geldanlage verfolgen möchte. Wenn der Anleger beispielsweise auf der Suche nach einer sicheren Anlage zur Altersvorsorge war, könnte die Empfehlung zur Zeichnung eines geschlossenen Schiffsfonds juristisch zu beanstanden sein. Die Empfehlung könnte nicht anlegergerecht gewesen sein, da diese geschlossenen Fonds Risiken aufweisen, die bis hin zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen. Folge: Schadensersatzansprüche gegen den Berater kommen in Betracht.

Zum anderen müssen Anlageberater vor der Zeichnung auf die mit der Anlage verbundenen Risiken hinweisen. Neben dem Totalverlustrisiko ist darüber aufzuklären, dass man u. U. vor Ende der Laufzeit der Beteiligung an das eingesetzte Kapital nicht herankommt, weil ein geregelter Markt für derartige Schiffsbeteiligungen fehlt und man daher nur schwer oder gar nicht einen Käufer für die Beteiligung findet. Auch ist auf das Risiko hinzuweisen, dass der Anleger Ausschüttungen möglicher Weise noch Jahre nach deren Erhalt zurückzuzahlen hat, falls diese nicht aus Gewinnen gezahlt wurden, sondern sie rechtlich als sog. verdeckte Einlagenrückgewähr zu qualifizieren sein sollten. Gerade dies kann für Anleger im Insolvenzfall zu einem großen Problem werden.

Wurde die Beteiligung von einer Bank zur Zeichnung empfohlen, so musste diese darüber hinaus ungefragt über sogenannte Kick-back-Zahlungen informieren, die sie ohne Wissen der Anleger für die Vermittlung der Fondsbeteiligung als Provision vereinnahmt hat.

Wurde über einen der vorgenannten Punkte nicht aufgeklärt, so kommen ebenfalls Schadensersatzansprüche gegen den Berater bzw. das dahinter stehende Beratungsunternehmen / die Bank in Betracht.

Rechtsanwalt Hendrik Bombosch weist darauf hin, dass Anleger, die sich falsch beraten sehen, nicht zögern sollten, das Bestehen von Ansprüchen zeitnah prüfen und durchsetzen zu lassen. Spätestens auf den Tag genau 10 Jahre nach Erwerb des Schiffsfonds tritt die absolute Verjährung der geschilderten Schadensersatzansprüche ein.

Unter Umständen übernehmen bestehende Rechtsschutzversicherungen die mit der Anspruchsprüfung und –durchsetzung verbundenen Kosten.


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Über den Autor

Im Jahr 2015 nahm Rechtsanwalt Hendrik Bombosch 75-80 Gerichtstermine wahr und insgesamt trat er als Anwalt vor über 80 verschiedenen LGs und OLGs auf.
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