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HCI Shipping Select 28

Erneut befindet sich ein Schiffsfonds in akuten wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nachdem bereits ein gutes Dutzend Schifffahrtsgesellschaften Insolvenz anmelden mussten und zahlreiche andere ebenfalls von Zahlungsunfähigkeit bedroht sind, ist nun mit der HCI Shipping Select 28 ein weiterer Fonds des Emissionshauses HCI Capital AG betroffen.

Hier handelt es sich allerdings insoweit um einen Sonderfall, als dass es vorliegend der Fondsgesellschaft nicht einmal gelungen ist, ausreichend Kapital zu akquirieren. Der Fonds, der aus sechs Schifffahrtsgesellschaften besteht, sollte im Jahr 2008 Emissionskapital in mittlerer achtstelliger Höhe einwerben. Erfolgreich war die Vertriebsgesellschaft allerdings nur gut zur Hälfte. Für den Rest mussten Gesellschaften, die für den Fonds eine Platzierungsgarantie erteilt hatten, einspringen. Dieses Vorgehen war zwar bei fünf der sechs Schiffsgesellschaften erfolgreich, nicht so allerdings bei der Gesellschaft Hellespont. Hier wandte sich nun das Emissionshauses HCI Capital AG an die Anleger und forderte diese zur Vermeidung eines Totalverlustes zur Erhöhung des Beteiligungskapitals auf.

„Betroffene Anleger befinden sich somit in einer schwierigen Situation. Wenn sie der Nachzahlungsaufforderung nicht nachkommen, besteht das Risiko, das sie auch das bereits investierte Kapital aufgrund der Insolvenz der Schiffsgesellschaft verlieren. Andererseits haben Anleger aber auch keine Garantie, dass eine Nachzahlung zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Fonds führt.“ so Rechtsanwalt Christian Luber, LL.M., M.A., von der auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei CLLB Rechtsanwälte mit Sitz in München und Berlin. „Die Betroffenen sollten daher alle Handlungsalternativen prüfen. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, gegen Anlage-berater vorzugehen, wenn diese nicht auf die bestehenden Risiken hingewiesen haben. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist hier relativ anlegerfreundlich und legt dem Anlageberater erhebliche Aufklärungs- und Beratungspflichten auf. Werden diese Pflichten verletzt, machen sich die Berater schadensersatzpflichtig.“


Über den Autor

Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz ist seit seiner Zulassung im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht tätig. Er vertritt aktuell zahlreiche Mandanten im Großschadensfall VW (Abgas – Skandal). Daneben vertritt er insbesondere Anleger in Beratungshaftungsprozessen, insbesondere im Bereich Medienfonds, Leasingfonds, geschlossene Immobilien- und Schiffsfonds.
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