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Hausratversicherung und Gebäudeversicherung

Was sind die Voraussetzungen für die Leistungspflicht der Hausratversicherung?

Bei der Hausratversicherung sind die als Hausrat versicherten Sachen gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser und Sturm versichert.

 

Was ist versichert?

Als Hausrat gelten alle Sachen, die dem Haushalt des Versicherungsnehmers zur privaten Nutzung dienen. Entscheidend ist somit nicht, ob sich die jeweilige Sache in dem Haushalt befindet, sondern vielmehr, ob die Sache dazu geeignet und bestimmt ist, für die Zwecke des Haushalts verwendet zu werden. Hierbei ist selbst eine gewerbliche Nutzung unschädlich, wenn die Sache zumindest auch privat genutzt wird. Grundsätzlich gehören somit zum Hausrat Sportgeräte, Kleintiere, Rasenmäher, Anbauküchen, Bargeld und Markisen. Auch der Diebstahl von Fahrrädern kann vom Versicherungsschutz von Hausratsversicherungen umfasst sein.
Voraussetzung dafür, dass die Hausratversicherung greift, ist, dass der Schaden am Versicherungsort entstanden ist. Dies ist die im Versicherungsvertrag benannte Wohnung des Versicherungsnehmers. Entscheidend für die Qualifikation des Versicherungsortes als Wohnung ist die Sicht eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers. Aus dieser Perspektive ist somit die Bewertung vorzunehmen, ob es sich bei dem in Frage stehenden räumlichen Bereich um eine Privatwohnung oder um einen beruflich genutzten Bereich handelt.
Im Rahmen der Außenversicherung wird der Versicherungsort je nach den Versicherungsbedingungen erweitert. Vom Versicherungsschutz umfasst ist in diesem Fall auch sich vorübergehend in einer Ferienwohnung befindlicher Hausrat. Die Außenversicherung gilt weltweit für einen Zeitraum von regelmäßig drei Monaten.
Auch volljährige Kinder des Versicherungsnehmers, die im Rahmen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums in einer eigenen Wohnung wohnen, sind vom Versicherungsschutz umfasst, sodass auch die dem dortigen Haushalt dienenden Sachen in der Hausratsversicherung versichert sind.

 

Welche Kosten werden erstattet?

Zu den erstattungsfähigen Kosten im Schadensfall gehören unter anderem Reparatur-, Hotel-, Transport-, Aufräum-, Schadensermittlungs- und -minderungskosten. Allerdings müssen diese Kosten tatsächlich entstanden sein, eine fiktive Abrechnung erfolgt somit nicht. Eine Ausnahme gilt oftmals bei sogenannten Freizeitopfern, wenn der Versicherungsnehmer also in seiner Freizeit eigenhändig Arbeiten vornimmt und somit dem Versicherer Kosten erspart. In diesem Fall erstatten Versicherungsgesellschaften regelmäßig diese fiktiven Kosten des Versicherungsnehmers.

 

Welche Obliegenheiten hat der Versicherungsnehmer und welche Konsequenzen hat deren Verletzung?

Auch bei der Hausratversicherung sind von dem Versicherungsnehmer Obliegenheiten zu erfüllen, um den Versicherungsschutz zu erhalten. Hierzu gehört beispielsweise die Obliegenheit, die Wohnung im Winter ausreichend zu heizen und zu kontrollieren.
Versicherungsgesellschaften versuchen, sich ihrer Leistungspflicht zu entziehen, indem sie ihren Versicherungsnehmern einen grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verstoß gegen diese Obliegenheit gemäß §28 VVG vorwerfen. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings, dass der Versicherer darlegen muss, warum die Obliegenheitsverletzung des Versicherungsnehmers grob fahrlässig oder vorsätzlich gewesen und inwiefern sie kausal für die Entschädigungspflicht des Versicherers gewesen sein soll. Oftmals gelingt dies dann nicht, wenn Versicherungsnehmer, unterstützt durch fachanwaltlichen Rat, Tatsachen für fehlendes Verschulden darlegen.
Zu beachten ist, dass die teilweise noch Anwendung findenden Versicherungsbedingungen VHB 2000 den Versicherungsschutz bei grob fahrlässigem Herbeiführen des Versicherungsfalls vollständig versagen. Diese Klausel steht im Widerspruch zur seit 2008 geltenden Quotenregelung und ist somit nichtig. Somit erfolgt auch bei den VHB 2000 nur eine quotale Kürzung des Versicherungsschutzes.

 

Was ist die Wohngebäudeversicherung?

Schützt die Hausratversicherung die Schäden des Mieters, gilt Entsprechendes bei der Wohngebäudeversicherung für den Eigentümer eines Gebäudes. Versicherungsschutz besteht für die Beschädigung oder Zerstörung des Gebäudes. Auch wesentliche Bestandteile und Zubehör können je nach Versicherungsbedingungen der Gebäudeversicherung mitversichert sein. Hierzu gehören beispielsweise Terrassen, Gartenhäuser, Einbaumöbel, insbesondere Einbauküchen, und Carports. Wie bei der Hausratversicherung gilt auch bei der Wohngebäudeversicherung, dass eine gemischt gewerblich-private Nutzung des Gebäudes unschädlich ist, solange die gewerbliche Nutzung nicht überwiegt. Bei dieser Versicherung ist das Wohngebäude vor den in den Versicherungsbedingungen genannten Gefahren, zu denen Leitungswasser, Sturm, Blitzschlag, Brand und Rohrbruch gehören, versichert. Hochwasserschäden übernehmen die Versicherer bei der Gebäudeversicherung hingegen nur, wenn zusätzlich eine Versicherung gegen sogenannte „weitere Elementargefahren“ eingeschlossen ist. Im Übrigen gilt das zu der Hausratsversicherung Geschriebene.

 
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11. April 2017