header-banner

Daimler-Abgasskandal landet vor dem BGH

München, 08.06.2020. Nun landet auch der Mercedes-Abgasskandal vor dem Bundesgerichtshof. Der BGH verhandelt am 27. Oktober eine Schadensersatzklage gegen Daimler (Az.: VI ZR 162/20). Im Kern geht es dabei um die Fragen, ob das verwendete Thermofenster bei der Abgasreinigung bei einem Mercedes C 220 CDI eine unzulässige Abschalteinrichtung ist und ob Daimler den Kläger dadurch vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat.

Zu einem ersten BGH-Urteil im Dieselskandal ist es am 25. Mai gekommen. Dabei stellte der BGH klar, dass VW die Käufer durch die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und daher zum Schadensersatz verpflichtet ist.

Am 27. Oktober befassen sich die Richter in Karlsruhe mit der Schadensersatzklage eines Mercedes-Käufers. Der Mann hatte 2017 einen Mercedes C 220 CDI mit der Abgasnorm Euro 5 von einem privaten Verkäufer als Gebrauchtwagen erworben. In dem Pkw ist der Dieselmotor des Typs OM 651 verbaut. Der Kläger macht Schadensersatzansprüche wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung geltend. Durch ein sog. Thermofenster werde die Abgasrückführung in bestimmten Temperaturbereichen reduziert bzw. ganz abgeschaltet. Dadurch würden die zulässigen Emissionswerte im Straßenverkehr nicht eingehalten werden.

Das OLG Koblenz hatte die Klage mit Urteil vom 20. Januar 2020 abgewiesen (Az.: 12 U 1593/19). Dies begründete das Gericht damit, dass die Frage, ob es sich bei einem Thermofenster um eine unzulässige Abschalteinrichtung handele, nicht eindeutig geklärt sei. Unabhängig von der Rechtmäßigkeit eines Thermofensters könne Daimler aber keine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung vorgeworfen werden. Aus diesem Grund bestehe kein Schadensersatzanspruch gegen den Autobauer.

Von dem Urteil des OLG Koblenz sollten sich betroffene Mercedes-Fahrer nicht entmutigen lassen, meint Rechtsanwalt Franz Braun, CLLB Rechtsanwälte. „Auch wenn das Urteil des OLG Koblenz erst vom 20. Januar 2020 ist, hat sich seitdem einiges getan. Die Position der Verbraucher wurde im Abgasskandal dadurch erheblich gestärkt“, so Rechtsanwalt Braun.

So hat die EuGH-Generalanwältin Ende April erklärt, dass sie Abschalteinrichtungen grundsätzlich für unzulässig hält, wenn sie zu einer Steigerung des Emissionsausstoßes im regulären Straßenverkehr führen. Ausnahmen seien nur in engen Grenzen zum unmittelbaren Schutz des Motors zulässig. Funktionen zum Schutz des Motors vor Verschleiß oder Versottung zählten nicht dazu. „Auch wenn ein Urteil des EuGH noch aussteht, dürfte damit klar sein, dass Thermofenster eine unzulässige Abschalteinrichtung sind“, sagt Rechtsanwalt Braun.

Außerdem hat der BGH mit Urteil vom 25. Mai VW im Abgasskandal erstmals zu Schadensersatz verurteilt. „Die Fälle lassen sich vielleicht nicht eins zu eins vergleichen. Dennoch stellte der BGH klar, dass VW die Käufer durch die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und daher zum Schadensersatz verpflichtet ist. Das lässt sich meines Erachtens auch auf Daimler übertragen. Die Chancen auf Schadensersatz sind in den vergangenen Wochen gestiegen – nicht nur für VW-Kunden, sondern auch für Mercedes-Käufer“, sagt Rechtsanwalt Braun.

Mehr Informationen: https://www.diesel-abgasskandal.de/mercedes-abgasskandal/

Pressekontakt: Rechtsanwalt Franz Braun, CLLB Rechtsanwälte Cocron, Liebl, Leitz, Braun, Kainz, Sittner Partnerschaftsgesellschaft mbB, Liebigstr. 21, 80538 München, Fon: 089 552 999 50, Fax: 089 552 999 90; Mail: braun@cllb.de Web: www.cllb.de


Haben Sie Fragen zum Fall?

Name *

E-Mail-Adresse *

Telefonnummer

Nachricht *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiere diese.

Diese Seite ist durch das Google reCAPTCHA vor Spam-Anfragen geschützt. Es gelten die Google Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen.


Über den Autor

Rechtsanwalt Franz Braun ist ein Spezialist in Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht. Zu den wichtigsten Fällen, an denen er beteiligt war, gehörten Premiere/Sky, Griechenland und Porsche/VW.
089 / 552 999 50
089 / 552 999 90
Kostenfreie Beratung sichern
Beantworten Sie nur 3 kurze Fragen und sichern Sie sich unsere kostenfreie und unverbindliche Beratung zu Ihrer persönlichen Situation.

Bei welchen Anbietern haben Sie gespielt?

Weiter
Kostenfreie Beratung sichern

Wie viel Geld haben Sie in den letzten 8 Jahren verloren?

Weiter
Kostenfreie Beratung sichern

Mit welchem/welchen Spielernamen sind Sie auf den Online-Casinos aktiv?

Weiter
Das war’s schon
Hinterlassen Sie in den folgenden Feldern nun noch Ihre Kontaktdaten, damit wir Sie zu Ihrem Fall näher beraten können. Einer unserer Anwälte wird sich daraufhin innerhalb von 48 Stunden bei Ihnen per Mail oder Telefon melden. Hierfür entstehen Ihnen selbstverständlich keinerlei Kosten.



close-link