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Göttinger Gruppe – umfassende Vertretung

München, 07.06.2007: Securenta AG / Göttinger Gruppe: Frist zur Forderungsanmeldung läuft; Pauschales Vertretungsangebot
Nun ist es amtlich. Die Fristen zur Anmeldung von Forderungen im Insolvenzverfahren über das Vermögen sowohl der SECURENTA AG als auch einzelner Unternehmen der GÖTTINGER GRUPPE laufen. Betroffen sind rund 100.000 Anleger. Diesen drohen jetzt Nachschussforderungen durch den Insolvenzverwalter und Steuernachforderungen seitens der Finanzämter.

Zum Stand und Verlauf der Insolvenzverfahren

Die Securenta Göttinger Immobilien- und Vermögensmanagement AG (im Folgenden: Securenta AG) hatte zeichnungsinteressierten Anlegern atypisch stille Gesellschaftsbeteiligungen angeboten und Anlegern suggeriert, durch eine hohe Rendite und durch Steuervorteile eine optimale Altersvorsorge zu erwerben („Securenta“ = sichere Rente). Mit Beschluss des Amtsgerichts Göttingen vom 14.06.2007 (Az.: 74 IN 228/07) wurde nun wegen Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Securenta AG, die wichtigste Gesellschaft der Göttinger Gruppe, eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde der Steuerberater Peter Knöpfel von der Treugarant AG in Hamburg bestimmt. Die Forderungen der Gläubiger sind bis zum 20.09.2007 schriftlich bei dem Insolvenzverwalter anzumelden. Bereits für den 26.09.2007 ist eine erste Gläubigerversammlung geplant. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen soll voraussichtlich am 21.11.2007 erfolgen.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat am 20.06.2007 und am 26.06.2007 das Insolvenzverfahren über folgende Gesellschaften der Göttinger Gruppe eröffnet:

  • Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co. KGaA (Az.: 36g IN 2620/07)
  • GöZIT Zentrum für Informations-Technologie GmbH (Az.: 36g IN 2713/07)
  • Interpart GmbH (Az.: 36i IN 2724/07)
  • CS Customer Service Center GmbH (Az.: 36c IN 2721/07)

Als Insolvenzverwalter wurde für alle vier Gesellschaften der Berliner Rechtsanwalt Rolf Rattunde von der Kanzlei Leonhardt, Westhelle & Partner eingesetzt. Das Insolvenzverfahren wurde deshalb in Berlin eröffnet, da das Unternehmen kurz vor Antragstellung den Hauptsitz seiner wirtschaftlichen Tätigkeit von Göttingen nach Berlin verlegt hatte. Die offenen Forderungen sind bis zum 10.09.2007 schriftlich bei dem Insolvenzverwalter anzumelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 16.08.2007 statt. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen erfolgt am 08.11.2007.

Alle Anleger sollten daher jetzt ihre offenen Forderungen bei dem jeweiligen Insolvenzverwalter anmelden. Dabei ist allerdings umstritten, ob atypisch stille Gesellschafter ihre Forderungen zur Insolvenztabelle (§ 38 InsO) anmelden können. Abgelehnt wird dies von dem Insolvenzverwalter Peter Knöpfel hinsichtlich des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Securenta AG. Nach Auffassung von Herrn Knöpfel handelt es sich bei den atypisch stillen Gesellschaftern nicht um Insolvenzgläubiger im Sinne des § 38 InsO, sondern um nachrangige Insolvenzgläubiger i.S.d. § 39 InsO, da die atypisch stillen Gesellschaftsbeteiligungen seiner Ansicht nach „eigenkapitalersetzende Darlehen“ (§ 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO) darstellen. Ansprüche von atypisch stillen Gesellschaftern werden daher in ein gesondertes Register als nachrangige Forderungen aufgenommen, ohne dass mit dieser Aufnahme ein Anerkenntnis des angemeldeten Anspruchs verbunden ist. Herr Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz von der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte erklärte hierzu: „Hier versucht der Insolvenzverwalter Peter Knöpfel, das unternehmerische Risiko auf die Anleger zu übertragen, ohne dass diesen ein entsprechendes Mitspracherecht eingeräumt wird.“

Nach Ansicht von Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz stehen zahlreichen Anlegern Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung zu, die als Insolvenzforderung geltend gemacht werden können. In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Urteile gegen die Securenta AG erstritten, bei denen diese zum Schadenersatz verurteilt wurde.

Betroffene Anleger müssen darüber hinaus damit rechnen, dass nicht nur ihr angespartes Kapital verloren ist, sondern sie zudem weitere Zahlungen leisten müssen.

Ungeachtet dessen, dass derzeit völlig offen ist, wie hoch eine zu ermittelnde Quote im Insolvenzverfahren sein wird, hat der Berliner Insolvenzverwalter Rolf Rattunde per Pressemitteilung bereits angekündigt, dass er Anleger auffordern werde, die in den Beteiligungsverträgen vorgesehenen Nachschusszahlungen zu leisten. Neben dem Verlust des bisher investierten Kapitals droht dann eine Inanspruchnahme in Höhe der gezeichneten Einlage durch den Insolvenzverwalter, soweit diese Einlage noch nicht (vollständig) erbracht wurde. Betroffen sind hier insbesondere Anleger, die Ratensparverträge abgeschlossen haben.

Bereits jetzt fordert der Insolvenzverwalter faktisch durch die bestehenden Einzugsermächtigungen bei den betroffenen Anlegern Gelder ein, die diese nicht mehr zurückerhalten werden, da die ratierlichen Zahlungen in insolvente Gesellschaften fließen. Sofern Anleger bei Zeichnung der atypisch stillen Gesellschaftsbeteiligung allerdings fehlerhaft beraten wurden, können sie sich gegen eventuelle Nachschussforderungen wehren.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die betroffenen Anleger zu Steuernachzahlungen seitens der Finanzämter aufgefordert werden, wenn diese die Verlustzuweisungen auf Grund der Gesellschaftsbeteiligung nachträglich aberkennen sollten. Dieses Risiko ist gerade im Falle von Insolvenzen sehr hoch. Sollte sich dieses Risiko realisieren, so wären die erhaltenen Steuervorteile an die Finanzverwaltung zurück zu zahlen.

Was ist zu tun?

Eigene Forderungen anmelden und Forderungen der Insolvenzverwalter abwehren

Betroffene Anleger, die bis jetzt nichts zur Sicherung ihrer Einlagen bei der Göttinger Gruppe unternommen haben, sollten nun umgehend tätig werden, um

  • Ihre Forderungen fristgerecht bis zum 10.09.2007 bzw. bis zum 20.09.2007 bei den Insolvenzverwaltern in Berlin bzw. in Göttingen anzumelden
  • mögliche Nachschussforderungen der Insolvenzverwalter abzuwehren
  • Schadensersatzansprüche gegen Vermittler / Anlageberater / Finanzdienstleister prüfen zu lassen, um eventuell ihr investiertes Kapital vollständig oder zumindest teilweise zurück zu erhalten
  • weitere Zahlungen bei Ratensparverträgen, die ab jetzt unwiederbringlich verloren sein dürften, einzustellen
  • sich gegen mögliche Steuernachforderungen der Finanzämter bei nachträglicher Aberkennung der Verlustzuweisungen zu schützen

Dies können nur spezialisierte Anwälte nach genauer Prüfung des jeweiligen Einzelfalles gewährleisten. CLLB Rechtsanwälte vertreten bereits eine Vielzahl geschädigter Anleger der Göttinger Gruppe – insbesondere der Securenta AG – im Insolvenzverfahren bzw. bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen.
CLLB Rechtsanwälte unterbreiten nicht rechtsschutzversicherten geschädigten Anlegern der Securenta AG das Angebot, diese außergerichtlich im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Securenta AG sowie im Berichtstermin / der Gläubigerversammlung zu vertreten und deren Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Je Beteiligung, sowie für die Prüfung, ob Schadensersatzansprüche gegen Dritte bestehen und Forderungen des Insolvenzverwalters gegen Anleger, z.B. auf Nachschüsse abgewendet werden können, berechnen CLLB Rechtsanwälte ein einmaliges Pauschalhonorar in Höhe von € 150,00 einschließlich gesetzlicher Umsatzsteuer.

Bei rechtsschutzversicherten Mandanten kümmern wir uns gerne um die Einholung der Kostendeckungszusage. Im Falle der Kostenübernahme durch die Rechtsschutzversicherung erfolgt die Abrechnung ausschließlich gegenüber der Rechtsschutzversicherung nach Maßgabe der gesetzlichen Gebühren.


Über den Autor

István Cocron ist Spezialist im Insolvenz-, Gesellschafts- und Kapitalanlagerecht. Er hat umfangreiche forensische Erfahrung im Zusammenhang mit der Rückabwicklung von Investmentbeteiligungen, offenen und geschlossenen Fonds und sonstigen Kapitalanlagen, auch des grauen Kapitalmarkts.
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