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Nächster Schock für P&R Anleger – P&R-Transport Container GmbH ist insolvent

Amtsgericht München hat das vorläufige Insolvenzverfahren am 26. April eröffnet – Geld aller P&R-Anleger steht jetzt im Feuer

München, 27.04.2018 – Nächster Schock für P&R-Anleger. Auch die P&R-Transport Container GmbH hat Insolvenz beantragt. Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde am 26. April 2018 am Amtsgericht München eröffnet (Az.: 1542 IN 1127/18).

Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Jaffé hat darüber hinaus auch die P&R AG Insolvenzantrag gestellt. Als Dachgesellschaft war sie für die Geschäftsabwicklung mit den Anlegern zuständig.

Nach der Insolvenz der P&R-Transport Container GmbH müssen nun alle Anleger der vier P&R-Vertriebsgesellschaften um ihr Geld zittern. Von der aktuellen Pleite sind rund 15.000 Anleger betroffen, die überwiegend im Jahr 2017 ca. 390 Millionen Euro bei der P&R-Transport Container GmbH investiert haben. Die Schadenssumme könnte damit auf knapp vier Milliarden Euro steigen und damit wäre wohl eine der größten Anlageskandale der jüngeren Geschichte perfekt.

Die P&R-Transport Container GmbH unterlag zwar schon strengeren Regularien als ihre Schwestergesellschaften und sollte eigentlich auch unabhängig von ihnen sein. Das war sie aber offenbar nicht. Schon nach der Insolvenz der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH sowie der P&R Container Leasing GmbH Mitte März machte sie bekannt, dass sie offene Forderungen gegen diese Gesellschaften hat und es daher fraglich sei, ob sie die Ansprüche ihrer Anleger noch ordnungsgemäß erfüllen kann. Wie das Handelsblatt berichtet, lässt zudem eine Passage im Angebot Nr. 5005 aufhorchen, wonach die P&R-Transport Container GmbH offene Forderungen gegenüber der der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH hat. Die Forderungen sollen rund 320 Millionen Euro betragen haben. In etwa der gleichen Höhe hatte sie aber auch Verbindlichkeiten gegenüber der der P&R Equipment & Finance Corp. mit Sitz in der Schweiz. Von einer Insolvenz dieser Gesellschaft ist nichts bekannt.

„Es drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass P&R Gelder bei neuen Anlegern eingesammelt hat um Ansprüche aus älteren Verträgen zu erfüllen. So etwas nennt man Schneeballsystem.“, sagt Rechtsanwalt Franz Braun, CLLB Rechtsanwälte.

Für die Anleger aller insolventen P&R-Gesellschaften geht es nun darum, ihr Vermögen zu schützen. Forderungen zur Insolvenztabelle können erst angemeldet werden, wenn die Insolvenzverfahren regulär eröffnet sind. Das ist aber bisher noch nicht absehbar. Zudem müssen die Anleger auch im Insolvenzverfahren mit erheblichen Verlusten rechnen. Allerdings können sie schon jetzt mögliche Schadensersatzansprüche gegen die Anlageberater und Vermittler geltend machen. Diese können entstanden sein, wenn die Anleger nicht ordnungsgemäß über ihre Risiken und insbesondere über ihr Totalverlust-Risiko aufgeklärt wurden.


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Über den Autor

Rechtsanwalt Franz Braun ist ein Spezialist in Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht. Zu den wichtigsten Fällen, an denen er beteiligt war, gehörten Premiere/Sky, Griechenland und Porsche/VW.
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