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P&R Container Insolvenz wird zum Anlageskandal – Eine Million Container existieren nur auf dem Papier

Großteil der P&R-Container existiert offenbar nicht – Anlegern drohen erhebliche Verluste – Staatsanwaltschaft München I ermittelt

Alle Informationen finden Sie auch auf unserer Übersichtsseite zur Insolvenz der P&R Container Gruppe.

München, 17.05.2018 – Für die rund 54.000 P&R-Anleger, die insgesamt ca. 3,5 Milliarden Euro in die P&R-Container investiert haben, kommt es immer schlimmer. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist ein Großteil der 1,6 Millionen verkauften Container nicht vorhanden. Etwa eine Million Container existieren demnach nur auf dem Papier.

„Rund zwei Milliarden Euro Anlegergelder könnten sich demnach in Luft aufgelöst haben“, befürchtet Rechtsanwalt Franz Braun, CLLB Rechtsanwälte. Schon seit Jahren habe es eine erhebliche Differenz zwischen verkauften und vorhandenen Containern gegeben, teilt die vorläufige Insolvenzverwaltung in ihrem Zwischenbericht vom 17. Mai 2018 mit. Im Jahr 2010 habe die Differenz zwischen verkauften und vorhandenen Containern schon rund 0,6 Millionen betragen. Diese Differenz sei in den Folgejahren weiter angewachsen, sodass der Fehlbestand nun bei einer runden Million Containern liegt. Die Insolvenzverwaltung will nun weiter klären, wie diese Differenz zu Stande gekommen ist und wohin die Anlegergelder geflossen sind. Auch die Staatsanwaltschaft München I ist eingeschaltet.

Die aktuellen Ergebnisse der vorläufigen Insolvenzverwaltung übertreffen die schlimmsten Befürchtungen. Schon länger gab es Spekulationen, dass P&R Einnahmen aus den Containerverkäufen dazu verwendet hat, um den Zahlungsverpflichtungen aus Vermietung und Rückkäufen gegenüber den Anlegern nachkommen zu können. Nun drängt sich der Verdacht auf, dass viele Container nie existiert haben. Die P&R-Pleite wächst sich immer mehr zu einem der größten Anlageskandale der Geschichte der Bundesrepublik aus.

„Es wird immer offensichtlicher, dass sich die P&R-Gruppe schon seit Jahren in einer wirtschaftlichen Schieflage befand und es drängt sich zunehmend der Verdacht auf, dass Anlegergelder zweckentfremdet wurden“, so Rechtsanwalt Braun. Durch die nicht vorhandenen Container wird sich auch die Insolvenzmasse weiter schmälern, d.h. die Insolvenzquote der Anleger wird deutlich geringer ausfallen.

Anleger müssen daher mehr denn je mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen. Neben den Forderungen zur Insolvenztabelle haben sie aber auch die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Forderungen können sich gegen die Anlagevermittler bzw. Berater richten, wenn diese nicht ordnungsgemäß über die bestehenden Risiken der Container-Direktinvestments aufgeklärt haben. Sie könnten sich angesichts der neuen Entwicklungen aber unter Umständen auch gegen die Unternehmensverantwortlichen, Wirtschaftsprüfer, etc. richten.


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Über den Autor

Rechtsanwalt Franz Braun ist ein Spezialist in Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht. Zu den wichtigsten Fällen, an denen er beteiligt war, gehörten Premiere/Sky, Griechenland und Porsche/VW.
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