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Solvium Containerdirektinvestments in der Kritik von Verbraucherschützern

Berlin, 06.04.2017 – Seit der Insolvenz des Containeranbieters Magellan im Frühjahr 2016 haben Containeranlagen an Glanz eingebüßt. Verbraucherschützer warnen Anleger nun vor Containerkaufverträgen der Solvium Capital GmbH. Bei diesen Verträgen kaufen Anleger einen Container. Solvium seinerseits übernimmt für eine vereinbarte Laufzeit die Vermieterrolle und kauft am Ende der Laufzeit den Container vom Anleger zum gleichen Preis zurück. Dabei soll für den Anleger eine Rendite von über 4 % p.a. rausspringen.

Dieses auf den ersten Blick überzeugende Modell weist bei näherem Hinsehen zahlreiche Risiken auf:

Solvium verkauft zwar den Container an den Anleger, behält aber das Recht, den verkauften Container im eigenen Namen an Dritte weiterzugeben. Im Falle einer Beschädigung des Containers oder eines Mietausfalls, kann der Anleger (und Eigentümer des betroffenen Containers!) nichts selbst gegen den Containernutzer unternehmen, da er persönlich nicht dessen Vertragspartner ist.

Solvium muss dem Anleger in einer solchen Situation nur dann Schadensersatz leisten, wenn Solvium selbst Schadensersatz vom Containermieter erhält.

Während der Laufzeit der Anlage ist der Anleger darauf angewiesen, dass die Emittentin bis zum Ende der Laufzeit leistungsfähig bleibt, damit die Mieten und vor allen Dingen der Rückkaufspreis am Ende der Laufzeit gezahlt werden.

Problematisch erscheint weiterhin, dass der Anleger nichts über seinen Container erfährt. Alter, Zustand, Mieter, Mietvertrag sind die insoweit wichtigen Fakten, die der Anleger nicht kennt. In diesem Kontext tauchen Spekulationen im Netz auf, ob mit diesen Anlagen versucht wird, sich alter Spezialcontainer für besonders hohes Transportgut zu entledigen.

Negative Berichte finden sich auch über eine Versicherung, die die Anleger schützen sollte. Es wird von einem Prozess berichtet, bei dem geklärt werden sollte, ob es überhaupt einen wirksam bestehenden Versicherungsvertrag gibt. Weiter wird kritisiert, dass die Versicherungsbedingungen so ausgestaltet seien, dass die den Anlegern nichts nützen würde.

 

Solvium gehört seit 2015 der Conrendit Holding AG, die durch schlecht laufende Containerfonds in die Schlagzeilen geriet. Auch das ist wenig vertrauenserweckend.

Anleger, die sich im Zusammenhang mit dem Erwerb ihres Container-Direktinvestments getäuscht sehen, sollten juristischen Rat einholen und prüfen lassen, ob Ihnen Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung zustehen. Solche Ansprüche können bestehen, falls ein Anleger nicht oder nicht vollständig über die mit der Investition verbundenen Risiken aufgeklärt wurde. Solche Ansprüche sind auf eine Rückabwicklung des Containererwerbs gerichtet: der Anleger erhält sein investiertes Kapital, der Anlageberater den Container bzw. die Rechte daran.

Daneben wäre zu klären, ob Ansprüche des Anlegers gegen die Solvium-Gruppe bestehen.

Unter Umständen übernehmen bestehende Rechtsschutzversicherungen die mit der Anspruchsprüfung und –durchsetzung verbundenen Kosten.

 


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Über den Autor

Im Jahr 2015 nahm Rechtsanwalt Hendrik Bombosch 75-80 Gerichtstermine wahr und insgesamt trat er als Anwalt vor über 80 verschiedenen LGs und OLGs auf.
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