header-banner

Zwischenbericht im Insolvenzverfahren über das Vermögen der WBG Leipzig West

Die Kanzlei CLLB Rechtsanwälte nahm für ihre Mandanten am 27.11.2006 an der Gläubigerversammlung in Leipzig teil. Hier finden Sie einen Terminsbericht.

Gläubigerversammlung vom 27.11.2006

Am 27.11.2006 nahm die Kanzlei CLLB Rechtsanwälte in der Arena Leipzig sowohl an der Gläubigerversammlung nach dem Schuldverschreibungsgesetz, als auch an dem Berichts- und Prüfungstermin statt.

An dem Termin, der vom 10.00 Uhr bis ca. 16.15 Uhr dauerte nahmen statt der erwarteten 8000 Anleger lediglich ca. 600 Personen teil.

1. Termin zur Gläubigerversammlung nach § 18 Schuldverschreibungsgesetz

In der Gläubigerversammlung nach dem Schuldverschreibungsgesetz wurde im Wesentlichen die Frage zur Abstimmung gesellt, ob ein gemeinsamer Gläubigervertreter bestellt werden solle.

Der nach dem Schuldverschreibungsgesetz vorgesehene gemeinsame Gläubigervertreter erfüllt im Wesentlichen die Funktion, die Forderungen von Schuldverschreibungsgläubigern gebündelt zur Anmeldung zu bringen.

Da die Forderungen der Mandanten der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte bereits vollumfänglich angemeldet wurden und mit der Bestellung eines gemeinsamen Gläubigervertreters weitere Kosten verbunden wären, die zu Lasten der Masse – und damit letztendlich zu Lasten der Anleger – gehen würden, wurde mit großer Mehrheit dafür gestimmt, keinen gemeinsamen Gläubigervertreter nach dem Schuldverschreibungsgesetzt zu bestellen.

2. Termin zur Gläubigerversammlung (Berichtstermin und Prüfungstermin) nach § 29 Insolvenzordnung

In dem anschließenden Bericht- und Prüfungstermin des Insolvenzverwalters Dr. Lucas Flöther wurde zunächst ein kurzer Überblick über den gegenwärtigen Kenntnisstand erteilt.

Bei dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der WBG Leipzig West handelt es sich – zumindest was die Zahl der Gläubiger und die Zahl der einzelnen Forderungsanmeldung betrifft – um das größte Insolvenzverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bis zum 27.11.2006 wurden 45.981 Forderungen angemeldet, wovon der Insolvenzverwalter bislang 45.493 anerkannt hat.

Das Investitionsvolumen der von der WBG Leipzig West herausgegebenen Inhaberschuldverschreibungen beläuft sich insgesamt auf € 552.000.000,00. Von dieser Summe wurden ca. 53 % für die Rückzahlung von fälligen Inhaberschuldverschreibungen aufgewandt, 8 % für Zinszahlungen an die Anleger, weitere 8 % für die Kosten der Ausgabe der Inhaberschuldverschreibungen und 13 % für sonstige Kosten.

18 % der eingeworbenen Summe erhielt der Mehrheitsaktionär, Herr Jürgen Schlögel.

Der Buchwert der Aktiva der Gesellschaft bei Insolvenzeröffnung belief sich auf € 350.000.000,00. Der tatsächliche Zeitwert konnte jedoch lediglich mit € 48.000.000,00 festgestellt werden.

Weitere Feststellungen wird der Insolvenzverwalter im Laufe des Verfahrens treffen.

Möglicherweise bestehende Forderungen der Masse gegenüber Dritten werden geltend gemacht werden.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde darüber abgestimmt, ob ein Gläubigerausschuss bestellt werden soll, um den Insolvenzverwalter bei seiner Tätigkeit zu unterstützen und die einzelnen Gläubigergruppen zu repräsentieren.

Die Aufgaben eines Gläubigerausschusses ergeben sich aus § 69 der Insolvenzordnung. Der Gläubigerausschuss ist insbesondere für die Genehmigung besonders bedeutsamer Rechtshandlungen, wie beispielsweise der Veräußerung von Immobilien zuständig.

Der Insolvenzverwalter und das Insolvenzgericht – vertreten durch die zuständige Rechtspflegerin – schlugen vor, dass neben einem Vertreter der Banken und einem Vertreter der Agentur für Arbeit auch ein Rechtsanwalt in den Gläubigerausschuss gewählt werden soll, der die Interessen aller Schuldverschreibungsgläubiger wahrnehmen soll.

Dieser Vorschlag wurde in der Gläubigerversammlung mit großer Mehrheit angenommen.

Für die einzelnen Mandanten der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte bedeutet das jedoch selbstverständlich nicht, dass die Tätigkeit von CLLB Rechtsanwälte damit erledigt ist oder unsere Kanzlei nicht mehr als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Nach wie vor übernehmen wir die Interessenvertretung unserer Mandanten im laufenden Insolvenzverfahren.

Zu diesem Zwecke wird unsere Kanzlei weiterhin eng mit dem Insolvenzverwalter und dem Gläubigerausschuss zusammenarbeiten.

Zur Höhe einer möglicherweise zu erzielenden Quote wurde durch den Insolvenzverwalter sehr zurückhaltend Stellung genommen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht diese Quote noch nicht fest. Aufgrund der oben aufgeführten Zahlen besteht jedoch kein übertriebener Anlass zur Hoffnung, da allenfalls eine geringe Quote zu erwarten ist.

Es ist davon auszugehen, dass sämtliche Forderungen, die von der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte angemeldet wurden zwischenzeitlich geprüft und anerkannt wurden.

Noch in Ihrem Besitz befindliche Zinscoupons sollten im Original direkt an den Insolvenzverwalter übersandt werden.

Die Möglichkeit, Forderungen nachträglich anzumelden, besteht noch.


Haben Sie Fragen zum Fall?

Name *

E-Mail-Adresse *

Telefonnummer

Nachricht *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiere diese.

Über den Autor

Rechtsanwalt Steffen Liebl hat langjährige forensische Erfahrungen vor allem bei der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wegen fehlerhafter Anlageberatung für Mandanten, die Aktien, Aktienfonds, Medienfonds, Schiffsfonds, offene und/ oder geschlossene Immobilienfonds, Lebensversicherungsfonds, Inhaberschuldverschreibungen oder weitere Anlageprodukte erworben hatten.
+49 (0)89 / 552 999-50
+49 (0)89 / 552 999-90