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Dieselskandal – Neue Schummelsoftware beim Audi A6 und A7 entdeckt

Audi A6 und A7 der siebten Generation mit 3-Liter-V6-Dieselmotoren und der Abgasnorm Euro 6 betroffen – Verkaufs- und Auslieferungsstopp

München, 09.05.2018 – Audi verstrickt sich immer tiefer in den Abgasskandal. Beim aktuellen Audi A6 und A7 mit 3-Liter-V6-Dieselmotoren und der Abgasnorm Euro 6 wurde offenbar erneut eine unzulässige Abschalteinrichtung entdeckt. Diesmal soll die Harnstoffzufuhr, die für die Reinigung der gesundheitsgefährdenden Stickoxide notwendig ist, drastisch gedrosselt worden sein. Die Folge ist, dass die Stickoxide praktisch ungefiltert durch den Auspuff in die Luft geblasen werden.

Das Vertrauen der Autofahrer in die Dieseltechnologie dürfte durch die neuen negativen Schlagzeilen des VW-Konzerns weiter schwinden. Diesmal geht es bei den unzulässigen Abgasmanipulationen nicht um eine Steuerungssoftware, die dafür sorgt, dass die zulässigen Emissionen auf dem Prüfstand zwar eingehalten, im regulären Straßenverkehr aber überschritten werden. Nun wurde offenbar bei der Harnstoffeinspritzung gemogelt. Die betroffenen Audi A6 und A7, von denen weltweit etwa 60.000 und in Deutschland mehr als 30.000 Fahrzeuge zugelassen sind, sind mit der modernen AdBlue-Technologie und einem SCR-Katalysator ausgerüstet. Im Zusammenspiel sorgen sie dafür, dass die Stickoxide gereinigt werden. Das funktioniert aber nur, wenn ausreichend Harnstoff eingespritzt wird. Diese Einspritzung wird offenbar 2400 Kilometer bevor der AdBlue-Tank leer ist, drastisch reduziert.

Durch diese Reduzierung soll erreicht werden, dass der Fahrer die Harnstofflösung nicht selbst nachfüllen muss, sonders dies erst beim nächsten Service-Termin in der Werkstatt erledigen lassen muss. Der Preis für diese vermeintliche Bequemlichkeit ist, dass die Stickoxide mehr oder weniger ungefiltert in die Luft geblasen werden.

Audi hat auf die erneuten Abgasmanipulationen bereits reagiert und will bei den betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update aufspielen. Wie das „Handelsblatt“ am 9. Mai 2018 online unter Berufung auf ein Schreiben an die Audi-Händler berichtet, hat der Autobauer einen Verkaufsstopp für die betroffenen Audi A6 und A7 angeordnet. Neuwagen dürfen demnach nicht verkauft oder ausgeliefert werden, bis das Software-Update durch das KBA genehmigt wurde. Gleiches gilt für Gebrauchtwagen der betroffenen Modellreihe. Nach Medienberichten gilt es als wahrscheinlich, dass das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) darüber hinaus einen Rückruf für die betroffenen Fahrzeuge anordnet.

Audi wird im Dieselskandal nicht zum ersten Mal auffällig. Nicht nur mussten schon verschiedene Audi-Modelle wegen Abgasmanipulationen zurückgerufen werden, sondern auch Diesel-Modelle der Konzernschwester Porsche, für die Audi die Motoren geliefert hatte.

„Audi verspielt weiterhin leichtfertig das Vertrauen. Die Zeche für die Abgasmanipulationen zahlen die Autokäufer, die mit dem Wertverlust ihrer Fahrzeuge oder drohenden Fahrverboten zu kämpfen haben“, sagt Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz, CLLB Rechtsanwälte München.

Betroffene Audi-Käufer müssen dieses Verhalten des Autobauers nicht hinnehmen. Sie können ihre Ansprüche auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags prüfen lassen. Das gilt auch für Kunden, die einen Audi A6 oder A7 bestellt haben, der aber erst nach der Installation eines Software-Updates ausgeliefert werden soll.

Mehr Informationen: https://www.diesel-abgasskandal.de/


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Über den Autor

Im Jahr 2015 nahm Rechtsanwalt Hendrik Bombosch 75-80 Gerichtstermine wahr und insgesamt trat er als Anwalt vor über 80 verschiedenen LGs und OLGs auf.
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