Berlin/München, 18.09.2026 – In einem von CLLB Rechtsanwälte begleiteten Verfahren ist es gelungen, einen erheblichen Teil der bei einem Krypto-Betrug transferierten Vermögenswerte zu sichern. Die Ermittlungsbehörden stellten 81.697 USDC im Gegenwert von rund 70.723 Euro auf einem Nutzerkonto der Kryptobörse OKX sicher.
Die von CLLB vertretene Geschädigte war 2025 auf eine vermeintliche Online-Trading-Plattform gestoßen. Dort wurde ihr vorgespiegelt, dass ihre Einzahlungen in Kryptowährungen investiert und hierdurch Gewinne erzielt würden. Im Vertrauen darauf zahlte die Mandantin über 100.000 Euro ein und übertrug die erworbenen Kryptowerte auf die ihr mitgeteilten Wallet-Adressen.
Zu einem tatsächlichen Handel kam es jedoch nicht. Vielmehr wurden die Kryptowerte an Wallets weitergeleitet, die von den Tätern kontrolliert wurden.
Im Zuge der Ermittlungen konnten Vermögenswerte bei der Kryptobörse OKX festgestellt und gesichert werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster ordnete das Amtsgericht Münster im selbständigen Einziehungsverfahren die Einziehung von 81.697 USDC an. Obwohl die Identität des mutmaßlichen Betrügers bislang nicht verifiziert werden konnte, war eine Sicherung der aufgefundenen Kryptowerte möglich.
„Auch bei Krypto-Betrug sollten Geschädigte verloren geglaubte Gelder nicht vorschnell abschreiben. Transaktionen auf einer Blockchain sind grundsätzlich nachvollziehbar. Lässt sich die Spur der Kryptowerte bis zu einem Nutzerkonto einer Kryptobörse verfolgen, können sich daraus konkrete Ermittlungsansätze zur Identifizierung der Beteiligten und zur Sicherung von Vermögenswerten ergeben“, erklärt Rechtsanwalt Ruigrok van de Werve.
Bei der Bearbeitung von Krypto-Betrugsfällen greift CLLB Rechtsanwälte daher auch auf kanzleiinterne IT-Forensik zurück. Ein auf die Verfolgung von Kryptowerten spezialisierter Fachinformatiker (IHK) wertet Blockchain-Transaktionen aus und untersucht, über welche Wallets die Gelder bewegt und an welche Kryptobörsen sie transferiert wurden.
„Je früher die Transaktionswege analysiert werden, desto eher können konkrete Ansatzpunkte für die Ermittlungsbehörden gewonnen werden. Wichtig ist dabei auch eine schnelle Zusammenarbeit mit den betroffenen Kryptobörsen. Der aktuelle Fall verdeutlicht, dass eine konsequente Nachverfolgung tatsächlich zur Sicherung von Kryptowerten führen kann“, so Rechtsanwalt Ruigrok van de Werve.




