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Mercedes muss mehrere Hunderttausend Fahrzeuge zurückrufen

Abgasmanipulationen bei Mercedes – KBA ordnet Rückruf für 700.000 Fahrzeuge an – Viele Modelle betroffen

München, 20.08.2018 – Mercedes muss rund 700.000 Fahrzeuge in Europa und davon ca. 280.000 in Deutschland zurückrufen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den verpflichtenden Rückruf nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ Ende Juli wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung angeordnet. Der Rückruf erreicht damit eine größere Dimension als angenommen werden konnte und betrifft eine Vielzahl von Mercedes-Modellen von der C-Klasse bis zur S-Klasse, vom Sport-Coupé bis zum SUV und Transporter.

Angefangen hatte der Abgasskandal bei Mercedes im überschaubaren Ausmaß. Zunächst hatte das KBA im Mai den Rückruf für rund 5000 Mercedes Vito 1,6 Liter Diesel mit der Schadstoffklasse Euro 6 wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen angeordnet. Schnell wurde klar, dass wohl auch bei anderen Mercedes-Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet worden sein könnten. Daimler-Chef Zetsche musste dem Bundesverkehrsministerium eine Liste mit allen Fahrzeugen vorlegen, die mit der umstrittenen Abschalteinrichtung ausgerüstet sind. Dem „Spiegel“ liegt nach eigenen Angaben eine Liste des KBA vor. Demnach hat die Behörde Ende Juli den verpflichtenden Rückruf für 24 Modelle mit Motoren der Baureihen OM 642 bzw. OM 651 und beim Vito mit dem OM 622 angeordnet.

Der Rückruf geht im Grunde genommen quer durch die Mercedes-Fahrzeugpalette. Modelle der C-Klasse sind genau so betroffen wie der E-Klasse, G-Klasse oder S-Klasse. Selbst bei den umweltfreundlichen Hybridfahrzeugen der C-Klasse und S-Klasse soll es unzulässige Abschalteinrichtungen geben. Betroffen sind ebenso die Geländewagen ML, GLE und GLC, das Sportcoupé CLS und der Roadster SLK. Im Bereich der Transporter wurde der Rückruf neben dem Vito auch für die V-Klasse und den Sprinter angeordnet. Bei allen Modellen soll ein Software-Update aufgespielt werden, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren.

Mercedes vertritt nach wie vor den Standpunkt, dass die Abschalteinrichtungen nicht illegal sind und hat Widerspruch angekündigt. Gleichzeitig ist der Autobauer auch kooperationsbereit und wird Software-Updates entwickeln.

„Durch den Rückruf ist der Abgasskandal endgültig bei Mercedes angekommen und das in einem größeren Ausmaß als befürchtet werden musste. Auf die betroffenen Käufer kommt nun ein Software-Update mit ungewissen Folgen für den Motor zu. Der VW-Abgasskandal hat aber gezeigt, dass sich die geschädigten Kunden damit nicht zufrieden geben müssen, sondern ihre Rechte auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags durchsetzen können“, sagt Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz, CLLB Rechtsanwälte München.

Mehr Informationen: https://www.diesel-abgasskandal.de/mercedes-abgasskandal

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Über den Autor

István Cocron ist Spezialist im Bereich der Beratung von Start-Ups und Unternehmen, im Gesellschafts- und Kapitalanlagerecht sowie der Vertretung von Versicherungsnehmern. Er besitzt umfangreiche forensische Erfahrung und hat bereits etliche Großverfahren für Anleger und Verbraucher aus dem gesamten Bundesgebiet betreut. Rechtsanwalt Cocron beschäftigt sich zudem seit mehren Jahren mit den neuesten Entwicklungen aus dem Bereich der IT, insbesondere den Themen Blockchain und Cryptocurrencies. Er besitzt langjährige Erfahrung im Bereich der nationalen und internationalen Zwangsvollstreckung, ist Mitglied mehrerer Gläubigerausschüsse sowie nationaler und internationaler Vereinigungen von Juristen. Rechtsanwalt Cocron ist Gründungspartner der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte.
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